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Erste Stickereimarke der Welt
Erste Stickereimarke der Welt ist im Verkauf
Die Schweizerische Post hat an der Nationalen Briefmarkenausstellung naba 2000 in St. Gallen die erste gestickte Briefmarke der Welt der Öffentlichkeit vorgestellt. Das in zwei Blautönen gestickte, filigrane Polyestergewebe repräsentiert die weltbekannte Kunst der St. Galler Stickerei. Neueste Technologien, neuartige Produktionsprozesse und das Können zahlreicher Fachleute ermöglichten den Schritt ins Briefmarkenformat gut 200 Jahre nach der grossen Blütezeit der Schweizer Stickerei.
Die breite Palette Schweizerischer Briefmarkenkunst ist um ein Stück reicher: An den Eröffnungsfeierlichkeiten zur Nationalen Briefmarkenaustellung naba 2000 präsentierte die Schweizerische Post in der Olma-Halle St. Gallen als Weltneuheit die erste gestickte Briefmarke. Gestaltet hat die Stickereimarke Peter Hostettler, Designer bei der Bischoff Textil AG in St. Gallen. Als Inspiration dienten Hostettler ein um 1700 in Venedig prachtvoll genähtes Nadelspitzen-Band des Spätbarocks und ein geklöppeltes Band aus Valenciennes-Spitze des 18.Jahrhunderts, der Zeit des Rokoko. Beeinflusst wurde Hostettler ebenfalls von einem Stück Maschinenstickerei aus den 30er-Jahren des 20.Jahrhunderts, wie sie als sogenannte Kombinationsspitze hauptsächlich für Luxus-Damenunterwäsche verwendet worden ist.
Spitzentechnik
Möglich machen die Produktion des kleinen Kunstücks mit einer Grösse von nur 59 mal 48 Millimeter 200 Jahre nach der Blütezeit der Schweizer Stickereikunst in der Ostschweiz erst neueste Technologien und Produktionsprozesse: So werden heute Stickereientwürfe eingescannt, per Computer (CAD: Computer Aided Design) bearbeitet und elektronisch direkt in die Stickereimaschinen übertragen. Die Produktion der gestickten Briefmarke erfolgte bei Bischoff Textil auf den zehn Meter breiten Saurer Pentamat-Stickautomaten. Mit einer Geschwindigkeit von über 200 Touren (eine Tour: Nadel einmal vor, einmal zurück) pro Minute stickt ein Automat auf dieser Breite 340 Marken. Bei der gestickten Weltneuheit handelt es sich um ein mit Polyestergarn gesticktes Motiv auf hochwertigem Polyestergewebe. Das Trägermaterial wurde mit einer Satinbindung gewoben, die Herstellerin des Wertzeichens liess das Garn für die ganze Produktion speziell herstellen und in zwei unterschiedliche Blautöne einfärben.
Ist der Stickvorgang abgeschlossen, werden in mehreren, speziell für diese Marke entwickelten Arbeitsgängen die Selbstklebebeschichtungen aufgetragen. Zum Schluss wird die Marke einzeln mit einem Laser ausgeschnitten. Trotz der Automation bekommt jede einzelne Stickereimarke ihre Eigenheiten: Im Gegensatz zu den gedruckten Wertzeichen entstehen in der Textilproduktion minimale Unterschiede, die jede Briefmarke so zum Unikat machen.
Das gestickte Wertzeichen für fünf Franken ist selbstklebend, es kann an der naba als Einzelmarke und in Form eines Kleinbogens - versehen mit vier Marken und einem gestickten Rand - bezogen werden. Solange Vorrat kann die Einzelmarke auch im Internet und bei allen Poststellen bezogen werden. Der Kleinbogen hingegen kann nur an den Philateliestellen gekauft oder telefonisch bei unserem Kunden dienst, Telefonnummer 031/338.06.06, bestellt werden.

Ehrengast China und personalisierte Markenbogen
An der nur alle fünf bis sechs Jahre stattfindenden Nationalen Briefmarkenausstellung naba wird aber nicht nur Philatelie zelebriert, wie die gestrige Eröffnungsfeier zeigte. Das Organisationskomitee der naba 2000 unter Leitung des ehemaligen Kreispostdirektors Walter Schmuckli will dem Publikum vielmehr die ganze "Faszination des Sammelns'' näherbringen. Unter diesem Motto sollen Sammler aus allen Gebieten, aber auch Familien und Schulklassen für einen Ausstellungsbesuch motiviert werden. Nebst zahlreichen Händlern, Sammlern und weiteren Organisationen aus dem Bereich Philatelie präsentieren sich an der vom 21. bis 25.Juni dauernden Ausstellung auch 25 Postverwaltungen: Ehrengast der naba 2000 ist die Volksrepublik China. Die Schweizerische Post ist Hauptsponsorin der Veranstaltung, zur Weltpremiere der gestickten Briefmarke sorgt sie mit einem 600 Quadratmeter grossen Stand und einer Stickereimaschine für Aufsehen. Überdies können Interessierte ihre personalisierten Markenbogen beziehen. Die Bilder werden vor Ort aufgenommen, das Portrait wird anschliessend sofort auf den Markenbogen gedruckt.